Grün geht nur gerecht
Caspar Dohmen wirbt bei den 43. Baden-Württembergischen Literaturtagen für eine sozial gerechte und nachhaltige Wirtschaft.

Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei der nächsten politischen Entscheidung, in der Schule oder im Supermarktregal. Sie betrifft das Zusammenleben aller Menschen. Genau hier setzt der Wirtschaftsjournalist und Autor Caspar Dohmen an. Im Rahmen der 43. Baden-Württembergischen Literaturtage sprach er am vergangenen Freitag am Martin-Schleyer-Gymnasium in Lauda über die Frage, wie eine soziale und ökologisch verantwortungsvolle Wirtschaft gelingen kann.
„Kein Mensch ist eine Insel“ – mit diesem Gedanken des englischen Dichters John Donne eröffnet sich ein zentraler Zugang zu Dohmens Überlegungen. Menschen leben in Gemeinschaften, sind miteinander verbunden und voneinander abhängig. Daraus ergibt sich für Dohmen auch eine gemeinsame Verantwortung: Gesellschaftliche Teilhabe soll allen offenstehen, während gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen geschützt werden sollen.
In seinem aktuellen Buch „Grün geht nur gerecht. Unterwegs in die sozialökologische Zukunft“ beschäftigt sich Dohmen mit der Frage, wie Wirtschaft nachhaltiger werden kann, ohne dabei Menschen zurückzulassen. Seine zentrale These: Eine ökologische Transformation kann dann auf breite Zustimmung stoßen, wenn sie sozial gerecht gestaltet wird und möglichst viele Menschen mitnimmt.
Dabei gehe es nicht nur um abstrakte Wirtschaftsmodelle. Er wollte insbesondere – auch durch Tonaufnahmen und Interviews in seiner Präsentation – verdeutlichen, dass ein Leben im Einklang mit der Natur und zugleich mit den sozialen Bedürfnissen der Menschen möglich ist, weshalb er auch seinen Blick auf die wirtschaftlichen Verflechtungen des Alltags richtete: Was Menschen in Europa konsumieren, wie Unternehmen in Afrika wirtschaften und wie gesellschaftliche Teilhabe organisiert wird, hänge miteinander zusammen. Nachhaltigkeit wird so zu einer Gemeinschaftsaufgabe aller.
Der kurzweilige Vortrag des Journalisten und Autors sowie die anschließende, interaktive Diskussionsrunde bot den Schülerinnen und Schülern des Martin-Schleyer-Gymnasiums sowie interessierten Zuhörern schließlich einen diskursiven Einblick aber auch klare Möglichkeiten, wie eine sozioökologische Zukunft nicht nur denkbar sei, sondern auch aktiv gestaltet werden könne – eine Botschaft, die nicht nur für die junge Generation, sondern für alle gelte.
















