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Astro-AG und Basisfach Physik im Haus der Astronomie

Astronomie- und Raumfahrt AG und J1 Basisfach Physik mit Schwerpunkt Astrophysik: Kompaktseminar am 24.06.24 beim Haus der Astronomie (HdA) in Heidelberg unter Leitung von Sven Hanssen und Christoph Krebs.

Unerwartet pünktlich, trotz Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kamen wir am HdA an und schnupperten die frische Bergluft auf dem 570 m hohen Königsstuhl, die wir nach der Busfahrt mit jungen Studenten dringend nötig hatten.

Das MSG ist seit 2022 Partnerschule des HdA, ein Zentrum für astronomische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Gebäude des HdA wurde von der Struktur der Galaxie M51 (oder charmanter: der „Whirlpool-Galaxie“) nachempfunden.

Florian Seitz begrüßte uns dort, der die folgenden drei Stunden ein hochinteressantes und spannendes Programm für uns vorbereitet hatte:

Ausgehend vom ersten Farbfoto von der Erde (24.12.68: „Earthrise“ - Apollo 8), das vom erst kürzlich verstorbenen NASA-Astronauten William Anders aufgenommen wurde, über die zu uns  nächstgelegene Galaxie „Andromeda“, bis hin zur kosmischen Hintergrundstrahlung,hat er die unfassbare Größe des Universums erläutert.

1995 wurde der erste Planet entdeckt, der um einen anderen Stern als unsere Sonne kreist (51 Pegasi b). Inzwischen sind es schon 5671 in 4231 Sternsystemen (Stand: 27.06.24). Wie diese entdeckt werden können, war das Thema eines Vortrags und eines anschließenden Workshops, bei dem die Probleme und Dimensionen dieser Forschung aufgezeigt wurden.

Über den Planetenweg, der die Planetenabstände im Maßstab 1:20 Milliarden darstellt, spazierten wir die 4,5 Milliarden Kilometer bis zum Neptun in 5 Minuten, also mit unerhörter 50-facher Lichtgeschwindigkeit.

Da uns die Sonne intensiv begleitete, konnten wir dort mit dem 124 Jahre alten, aber immer noch topfitten Bruce-Teleskop (Öffnung: 25 cm; Brennweite: 4 m) der Sternwarte Heidelberg, die hochauflösende Projektion der Sonne auf einem Blatt Papier bewundern. Auch die zur Zeit vielen/sehr zahlreichen und großen Sonnenflecken (Durchmesser teilweise über zwei Erddurchmesser), waren inklusive ihrer Strukturen präzise erkennbar. Dass es keine gute Idee/gefährlich ist, mit dem Auge selbst durch das Okular des Teleskops in die Sonne zu schauen, demonstrierte Florian Seitz sehr eindrucksvoll, indem er kurzerhand das Blatt Papier in den Brennpunkt des Okulars hielt und dort in Sekundenbruchteilen hübsche Brandlöcher erzeugte.

Den Abschluss bildete eine einstündige Planetariumsshow, bei der wir auf eine Reise von der Erde, über die 400 km darüber kreisende ISS, zum Mond, über den Mars und Saturn, aus unserem Sonnensystem hinaus, die Milchstraße verlassend, die Galaxiengruppen betrachtend, die Grenze des beobachtbaren Universums in 13,8 Milliarden Lichtjahren erreichten. In zwei Minuten rasten wir dann mit 1,09 ∙ 1021 km/s, also mit  3,6-billiardenfacher Lichtgeschwindigkeit zurück zur Erde. In der irdischen Realität wieder angekommen verabschiedeten wir uns, gebildeter und begeistert ob der vielen Eindrücke und Erläuterungen von Florian Seitz und kehrten mit der Bahn bei durchschnittlich sagenhaften 41,3 km/h nach Lauda, sogar wiederum pünktlich, zurück.