FAQ Berufs- und Studienwahl, Bewerbung & Co.

Folgende Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Berufs- und Studienwahl, das Bewerbungsverfahren u.Ä. erhielten wir von Tania Zeiner (Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim) im Rahmen eines Schülerzeitungsinterviews im Oktober 2017.

An wen kann ich mich am MSG hinsichtlich der Berufsberatung wenden?

Als Vertreterin der Arbeitsagentur Tauberbischofsheim betreut Tania Zeiner aktuell das MSG. Sie ist nicht nur für die Berufsberatung von Abiturienten zuständig, sondern hält auch Vorträge in Schulen oder ist an Info-Veranstaltungen wie Hochschulinformationstagen oder Bildungsmessen beteiligt. Außerdem bietet Frau Zeiner Einzelberatungen zur Berufs- bzw. Studienwahl an.

Wozu Berufsberatung?

Ziel dieser offenen Angebote ist es, Ausbildungs- oder Studienabbrüche zu vermeiden. Denn manchmal  ist das „Bauchgefühl“ nicht förderlich. Im Meer von Angeboten sollte man sich gut informieren, um eine gute Entscheidung zu treffen.

„Kein Plan“, wohin es nach der Schule beruflich gehen soll... Was tun?

Zunächst schadet es nicht, mit Eltern oder Lehrern Rücksprache über die eigenen Stärken und Interessen zu halten. Auch besteht die Möglichkeit, online diverse Tests durchzuführen. Und man sollte sich die eigenen Ziele vor Augen führen: Wo will ich hin? Wie soll mein Arbeitsplatz aussehen? Die Berufsberatung kann hier eine sehr große Hilfe sein.

Was erwartet mich bei der Berufsberatung?

Worum es bei der Berufsberatung geht, entscheidest Du ganz individuell. Manchmal ist eine reine Informationsberatung über Studiengänge, Aus- und Weiterbildungs-möglichkeiten oder Aussichten auf dem Arbeitsmarkt gewünscht. Auch kann es um eine Unterstützung beim Bewerbungsverfahren gehen. Häufig arbeiten wir gemeinsam die beruflichen Ziele, Wünsche und Erwartungen sowie die persönlichen Fähigkeiten und Interessen heraus.

Die Berufsberatung der Arbeitsagentur ist kostenlos und neutral, denn sie wird staatlich finanziert.

Wann sollte ich damit beginnen, mich mit meiner Berufswahl zu beschäftigen?

Die Berufsentscheidung ist ein Prozess, sie fängt nicht erst in der Jahrgangsstufe an! Informationsveranstaltungen sollte man unbedingt nutzen und sich mit Hilfe von Praktika orientieren. Hier sind Eigenengagement und –Verantwortung gefragt. Ich würde sagen, Klasse 10 ist ein guter Zeitpunkt des „Herantastens“ an die Berufswahl, man kann sich aber natürlich auch schon früher damit beschäftigen.

Grundsätzlich ist die Berufswahl aber keine Sackgasse. Immer besteht die Möglichkeit, den Arbeitgeber zu wechseln, sich weiter-, fort- oder umzubilden.

Wann kommt für mich eine Ausbildung in Frage?

Es gibt keinen pauschalen „Ausbildungstypen“. Natürlich können Noten (bzw. das dahintersteckende Lernverhalten und die persönliche Motivation) ein Indiz für eine Ausbildung sein. Aber wenn die entsprechenden Interessen und „praktischen“ Fähigkeiten vorhanden sind, kann die Ausbildung auch für sehr gute Schüler der bessere Weg sein. Nicht zuletzt kann man sich nach Abschluss der Ausbildung mit einem Studium weiterbilden, oder sich zum Meister, Fachwirt etc. weiterqualifizieren.

Die Kombination „Ausbildung-Studium“ ist bei vielen Arbeitgebern sehr begehrt, einfach, weil theoretische und praktische Erfahrung vorhanden ist. Für manche Studiengänge – z.B. Pflegepädagogik oder Innenarchitektur – ist eine Ausbildung sogar Voraussetzung.

Inwieweit profitiere ich von einer Ausbildung?

Für eine Ausbildung spricht die Tatsache, dass viele Firmen den Auszubildenden übernehmen. Man hat also gute Jobchancen. Die Ausbildung kann nicht nur Vorbereitung oder Voraussetzung für ein Studium sein, sondern wird auch als Wartezeit angerechnet – eine sinnvolle „Überbrückung“!

Auch besteht die Möglichkeit eines „kooperativen Studiums“. Sprich: Zwei Abschlüsse (Bachelor und Ausbildung) in fünf Jahren. Für Leute, denen eine Ausbildung „zu einfach“ erscheint, kommt vielleicht ein duales Studium, die Kombi aus Praxis und Theorie, in Frage.

Was spricht für ein Studium?

Zunächst sind bestimmte Berufe – wie etwa Lehramt oder Medizin – nur mit Studium möglich. Wer Karriere machen bzw. später eine Führungsposition innehaben möchte, tut sich mit einem Studium leichter.

Ein Studium ist der Schlüssel für die Arbeit in Wissenschaft und Forschung. Ich erlerne Grundlagen, Methoden und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens. Das erworbene Wissen ist langlebig, ich kann es vielfältig einsetzen und passe mich an die ständigen Veränderungen in meinem Arbeitsumfeld leichter an.

Für manche sind auch die langen Semesterferien (nicht beim Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg!) ein Argument, die mit Praktika oder Reisen gefüllt werden können.

Sollte bzw. kann ich studieren?

An erster Stelle steht wohl das Interesse für ein bestimmtes Fach. Ich sollte mich gerne theoretisch mit Inhalten beschäftigen, die intellektuellen Fähigkeiten besitzen und dazu bereit sein, über meinen Tellerrand hinauszublicken.

Essenziell im Studium ist das selbstorganisierte Arbeiten. Gegensätzlich zur Schule bin ich hier auf mich alleine gestellt, muss mich für gewisse Kurse rechtzeitig anmelden, meinen Lernstoff sinnvoll einteilen, den Überblick behalten.

Bei Unsicherheit zu empfehlen sind diesbezüglich Orientierungssemester, in denen ich verschiedene Studiengänge kennenlerne. Auch sollten die Infoangebote (z.B. die Tandemtag der Uni Würzburg in den Herbst- und Pfingstferien) von Hochschulen unbedingt genutzt werden! Und jederzeit können Termine bei der Fachstudienberatung an Hochschulen ausgemacht werden.

Welche Inhalte gehören in ein Bewerbungsschreiben?

Das Bewerbungsschreiben ist wie ein Motivationsschreiben Werbung für einen selbst. Ich erkläre dem Arbeitgeber, warum genau dieses Studium bzw. dieser Beruf das bzw. der richtige für mich ist und warum ich dafür geeignet bin. Das heißt, ich führe meine Schlüsselqualifikationen – sprich soft skills wie etwa Teamfähigkeit – auf und erkläre diese anhand von Beispielen.

Grundsätzlich sollte das Anschreiben nicht länger als eine Seite ausfallen. Weil das Unternehmen beim Lesen schnell merkt, wie viel Mühe hinter einem solchen Schreiben steckt, sollte man nicht die typischen „Internet-Floskeln“ verwenden. Es ist auf kurze, einfache Sätze zu achten – nicht verkünsteln!

Bei einer E-Mail-Bewerbung bietet es sich an, alle Dokumente in einem pdf-Dokument zusammenzufassen, um die Formatierung zu wahren. Wichtig ist auch, eine „seriöse“ E-Mail-Adresse – d.h. Vorname.Nachname@irgendwas – zu nutzen.

Was kommt in eine Bewerbungsmappe?

Optisch ansprechend ist eine durchsichtige Mappe. Auf dem Deckblatt gebe ich meine Kontaktdaten, die Stelle und den Betrieb an. Außerdem positioniere ich hierauf ein Passfoto. In der Mappe befindet sich mein Lebenslauf, Zeugnisse und Referenzen bzw. Nachweise – z.B. von Wettbewerben, Praktika oder diversem Engagement. Nicht in meine Mappe eingeheftet ist das Anschreiben, welches ich auf die Mappe lege.

Worin besteht ein Lebenslauf?

Vorzugsweise gestalte ich meinen Lebenslauf in tabellarischer Form. Er sollte nicht länger als eine Seite sein. Zuerst führe ich meine persönlichen Daten inklusive der zu meiner schulischen Laufbahn auf. Dann nenne ich zusätzliche Qualifikationen wie etwa Praktika oder Zusatzausbildungen. Wer möchte, kann seine Lieblingsfächer, sein Engagement, seine Hobbies und seine Interessen anführen. Auch beinhaltet der Lebenslauf ein Foto, wenn kein Deckblatt verwendet wird. Am Ende stehen schließlich Ort, Datum und Unterschrift.

Was ist der „Bewerbungscheck“?

Die Agentur für Arbeit bietet je nach Bedarf Unterstützung im Bewerbungsverfahren an. Als zusätzlichen Service gibt es einen Bewerbungs-PC. An diesem können Bewerbungsunterlagen selbständig oder mit Unterstützung der BiZ-Mitarbeiter erstellt und bearbeitet werden. Auch können Unterlagen wie Bewerbungsfotos oder Zeugnisse eingescannt und direkt ausgedruckt werden. Außerdem ist das Speichern von Informationen auf einem USB-Stick möglich. Angeboten wird auch ein „Bewerbungsmappen-Check“. Dazu einfach die Bewerbungsunterlagen in Papierform oder auf einem Stick abgespeichert mitbringen. Ein Terminvereinbarung ist notwendig per E-Mail Tauberbischofsheim.BIZ@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter 09341 87 317.

Angst vor dem Bewerbungsgespräch...?

Natürlich sind die meisten vor ihrem ersten Bewerbungsgespräch sehr nervös. Man sollte sich aber vor Augen führen, dass die erste Hürde genommen ist. Denn der Arbeitgeber hat Interesse am Bewerber, nun besteht die Gelegenheit, die Firma von sich zu überzeugen.

Man sollte sich darauf einstellen, dass etwas passiert, mit dem man nicht gerechnet hat. Das kann z.B. eine unlösbare Aufgabe oder eine abstrakte Frage sein. Hierdurch möchte das Unternehmen sehen, wie der Bewerber unter Stress reagiert. Also: Ruhe bewahren und ggf. nochmal nachfragen.

Worauf ist beim Bewerbungsgespräch zu achten?

Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Entsprechend sollte man den Internetauftritt der Firma studieren und sich einige Zahlen bzw. Daten merken. Sich im Voraus Fragen an das Übernehmen zu überlegen (welche dessen Onlineauftritt nicht beantwortet!), zeugt von Interesse.

Die Kleidungswahl sollte dem Anlass entsprechend ausfallen. Bewerbe ich mich als Bankkauffrau (-Mann), so wären etwa ein Hosenanzug oder eine Bluse (ein Anzug oder eine dunkle Jeans mit Hemd) passend. Entscheidend ist, sich wohl zu fühlen – Keine Verkleidung!

Oft ist das Bewerbungsgespräch ein Einzelgespräch mit drei bis vier Personen. Wichtig ist es, pünktlich zu sein, alle zu begrüßen, Blickkontakt zu halten und sich, wenn möglich, alle Namen zu merken.

Sein Selbstbewusstsein darf man gerne zeigen – hierzu gehört schon ein fester Händedruck –, sollte aber authentisch bleiben.

Übrigens: Bildungsmessen oder den Tag der offenen Tür eines Unternehmens kann man gut nutzen, um erste Kontakte mit dem potentiellen Arbeitgeber zu knüpfen. Dies wirkt sich nicht zuletzt im Bewerbungsschreiben positiv aus!

Absage... Wie gehe ich damit um?

Eine Absage ist keineswegs dramatisch! Man sollte nicht frustriert reagieren, sondern kritisch – nicht selbstzerstörerisch! – reflektieren. An was könnte die Ablehnung gelegen haben? War meine Bewerbung hinsichtlich Form, Optik, Rechtschreibfehlern oder Interessenbegründung in Ordnung? Auch hier bietet die Berufsberatung Unterstützung.

Bewerben sich sehr viele auf wenige, beliebte Stellen, werden natürlich nur die Top-Leute ausgewählt. Sollte das der Fall sein, ist es hilfreich, sich überregional zu Bewerben oder sich breiter aufzustellen, also nach verwandten Berufen Ausschau zu halten.

Nützliche Links

Allgemeine Informationen.

www.abi.de

www.arbeitsagentur.de

www.ba-auslandsvermittlung.de

www.das-richtige-studieren.de

 

Orientierung (Studium, Ausbildung, Bewerbung)

Jobbörse, Lernbörse, BERUFENET, KURSNET

Jobs und Praktika im Ausland

Studium allgemein.

www.hochschulkompass.de

www.studienwahl.de

www.studieninfo-bw.de

www.hochschulstart.de

www.bafög.de

www.stipendienlotse.de

 

Hochschuldatenbank, Info über Hochschulen

Portal der Bundesländer und der Arbeitsagentur

Studieninfo Baden Württemberg

Registrierung und Bewerbung für Studiengänge

Infos über BAföG-Fördermöglichkeiten

öffentliche und private Studienfinanzierung

Tests

www.was-studiere-ich.de

www.bw-cct.de

www.ausbildungspark.com

 

Pflicht für alle Studienbewerber in BW

Test für Lehramtsbewerber in BW

Einstellungs- und Studienfähigkeitstests

Sonderausbildungen

www.ausbildung-plus.de

 

Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikation, duale Studiengänge, Berufsausbildung

Überbrückungsmöglichkeiten

www.fsj-baden-wuerttemberg.de

www.foej.de

www.rausvonzuhaus.de

 

Freiwilliges Soziales Jahr

Freiwilliges Ökologisches Jahr

Au Pair, Work & Travel etc.

Text Lena Leber, Bild Verena Kraus